Der Schatzsucher aus dem Bundestag
Heinz-Peter Haustein (FDP) ist sich sicher: „Ich
finde das legendäre Bernsteinzimmer“
Der Bundestagsabgeordnete Heinz-Peter Haustein
steht mit beiden Beinen mitten im Leben – und das ist wahrlich keine hohle Phrase.
Der FDP Politiker ist nicht nur Bürgermeister der Gemeinde Deutschneudorf,
einer 1 200- Seelen-Ortschaft an der deutsch-tschechischen Grenze, sondern er
vertritt auch seit dem Jahr 2005 als Bundestagsabgeordneter die Interessen
seines Wahlkreises im Berliner Reichstag. So liegt es in der Natur der Sache,
dass Haustein seit 2010 auch Vorsitzender der deutsch-tschechischen Parlamentariergruppe
ist. Darüber hinaus bringt er als ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss
und als stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages
sein Fachwissen als mittelständischer Unternehmer ein. Schon zu DDR-Zeiten
hatte sich Heinz- Peter Haustein im Elektroanlagen- und Aufzugsbau selbstständig
gemacht. Heute beschäftigt der 57-jährige Ingenieur für Elektrotechnik in
seinem Betrieb 133 Mitarbeiter und 22 Auszubildende. Fußballer und Posaunist Seine Heimatverbundenheit ist
sprichwörtlich. Er ist nicht nur Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr
Deutschneudorf (Dienstgrad: Hauptlöschmeister) sondern auch noch aktives
Mitglied in der Altherren-Mannschaft des Fußballvereins Blau-Weiß
Deutschneudorf und kickt dort im defensiven Mittelfeld. Aber auch beim FC Bundestag,
der Parlamentarischen Fußballmannschaft, tritt er als Mittelfeldspieler gegen
das runde Leder. „Damit ich durch das ständige Sitzen im Parlament nicht ganz
einroste“, sagt Haustein schmunzelnd. Außerdem nutzt er nach eigenen Worten
beim Kicken die Gelegenheit, mit Kollegen aus anderen Fraktionen beziehungsweise
Arbeitsgebieten und fernab der üblichen steifen Rituale ins Gespräch zu kommen.
Da Musik seit frühester Kindheit zu Heinz-Peter Hausteins Leben gehört, ist er zudem
aktives Mitglied im Posaunenchor Deutschneudorf und spielt dort das Tenorhorn.
Er sei sicherlich nicht der begnadetste Bläser, räumt Haustein ein, aber beim
Musizieren von alten Chorälen in der Seiffener Kirche könne er hervorragend nach
einer anstrengenden Sitzungswoche in Berlin abschalten.

Was Heinz-Peter Haustein aber
so einzigartig unter den 620 Abgeordneten im Reichstag macht, ist seine
Profession als Schatzsucher:
Heinz-Peter Haustein
ist nämlich auf der Suche nach dem legendären Bernsteinzimmer. Dass er es
finden wird, daran lässt Heinz-Peter Haustein keinen Zweifel. Warum er sich da
so sicher ist? Dazu bedarf es eines Blickes zurück. Es war im Jahre 1995, als
der umtriebige Liberale in seiner Eigenschaft als Deutschneudorfer
Bürgermeister gebeten wurde, ein Gemeindemitglied im Krankenhaus zu besuchen.
Der Mann lag im Sterben und wollte vor seinem Tode dem Bürgermeister noch etwas
wichtiges anvertrauen. Damals, in den letzten Kriegstagen 1945, sei er
angewiesen worden – so der Schwerkranke –, in Deutschneudorf geheimnisvolle
Transporte in Empfang zu nehmen. Wo die ausgeladenen Kisten letztendlich deponiert
wurden, könne er nicht sagen, wohl aber, welchen Inhalt sie hatten.
dsmagazin 07/08 2011
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